familienvaterKommt nach regretting motherhood nun regretting fatherhood? Jetzt sprechen auch Väter öffentlich davon, dass Elternsein nicht per se glücklich macht. Sondern einen durchaus an die eigenen Grenzen bringen kann.

Sie machen damit, so schreibt Thorsten Fuchs,

„die Erfahrung, die Mütter schon bestens kennen: Alles zusammen wird schwierig. Sämtliche Ansprüche zu erfüllen, nie der Letzte zu sein, der sein Kind vom Kindergarten abholt, stets den perfekten selbstgebackenen Kuchen beim Kleiderbasar im Kindergarten zu spenden – und dennoch Karriere zu machen: unmöglich. Willkommen, liebe Väter, in der wunderbaren Welt der Überforderung.“

Vielleicht handelt es sich auch einfach um eine Überforderung einer ganzen Generation. Die, so der Soziologe Hans Bertram, rühre daher, dass wir heute mehr zu arbeiten hätten und dabei auch noch ständig auf der Hut sein müssten, beruflich den Anschluss nicht zu verpassen. Generell dauere es auch länger, einen vernünftigen Job zu bekommen. Dazu komme dann die Familiengründung, die genau in die Zeit fällt, in der es wichtig wird, beruflich engagiert und präsent zu sein. Das ist zu viel auf einmal. Zu großer Stress. Und obwohl wir unterm Strich somit weniger Zeit haben als früher, verzichteten Eltern heute nicht etwa auf die Zeit für die Kinder. Ganz im Gegenteil, so kann man hier lesen.

„Da ist ein ganz paradoxer Effekt: Praktisch Europa-weit kann man zeigen, dass die Zeit für Kinder gestiegen ist. Das heißt, die Eltern, auch die Väter, investieren mehr Zeit in ihre Kinder, als die eigene Elterngeneration.“

Ganz unabhängig vom Geschlecht verlangen wir uns vermutlich selbst schlichtweg zu viel ab.

Die Lösung? Eine Entzerrung unserer Lebensläufe – eine, die auch noch große Taten nach dem 65.Lebensjahr zulässt: Karriere, Studium, Beruf, Selbständigkeit auch im reiferen Alter sollten machbare Optionen werden.  Das nimmt den Druck raus. So wäre unser Leben in der Mitte (der „Rush-Hour“) nicht mehr so dicht gedrängt, dass es uns manchmal verzweifeln lässt. Doch dafür muss auch die Arbeitswelt erst umdenken.

 

—————————————————-

Bild: enrytos / photocase.com

Share on FacebookTweet about this on Twitter
regretting parenthood – Wir überfordern uns